Grußworte

Staatsminister Markus Blume

Liebes Publikum,

Beinahe war es wie das Erwachen aus einem seltsamen Traum, als der Vorhang endlich wieder aufgegangen ist. Die lange theaterlose Zeit wirkt im Rückblick wie Becketts "Warten auf Godot" - mit dem entscheidenden Unterschied, dass im wahren Leben mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Godot tatsächlich erschienen ist.

Der Vorhang ist also wieder offen - aber viele Fragen auch. Wird es jetzt wirklich einfach so weitergehen wie vor der Pandemie? Oder hat sich nicht doch einiges geändert? Diesen Fragen lohnt es sich nachzugehen und die Bayerischen Theatertage sind dafür als Forum geradezu prädestiniert. "Und jetzt: Die Welt!" heißt eines der diesjährigen Stücke. Mit diesem wunderbaren Dramentitel könnte man aber auch das gesamte Programm der 38. Bayerischen Theatertage beschreiben. Denn die diesjährigen Aufführungen sind Spiegel unserer Gesellschaft und sie gewähren uns Einblicke in unser Innerstes. Wenn sich der Vorhang hebt, gehen auch die Rollläden vor den Fenstern unserer Seelen hoch. Die Stücke setzen sich mit der Frage nach Herkunft auseinander und konfrontieren uns mit Machtspielen und Depression. Gleichzeitig führen sie uns aber auch das heilende Potential menschlicher Beziehungen vor Augen. Theater ist Mensch, ist Leben, ist Welt! Und die Bayerischen Theatertage zeigen, was modernes Theater kann. Im antiken Griechenland mussten die Zuschauer anfangs mit nur einem Schauspieler und dem Chor vorliebnehmen. Bei Shakespeare standen ausschließlich Männer auf der Bühne. Das bayerische Theater ist am Puls der Zeit: Thematisch, aber auch mit VR-Schauspielen und Online-Mitmachformaten.

Allen Beteiligten und vor allem auch dem Publikum wünsche ich wunderbare künstlerische Erlebnisse, anregende Begegnungen und mindestens "14 Vorhänge" beim Schlussapplaus.

Markus Blume
Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst

Prof. Dr. Julia Lehner

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,

das Zusammentreffen bayerischer Bühnen besitzt eine lange Traditionslinie. Seit vor 39 Jahren in Nürnberg ein erstes Treffen auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sparte Schauspiel beschränkt stattfand, haben sich die Bayerischen Theatertage zu einem Fest der darstellenden Künste entwickelt, das alle Sparten umfasst, die auf den Bühnen des Freistaats reüssieren.

Die Stadt Bamberg heißt im Mai 2022 30 Inszenierungen bayerischer Ensembles und Bühnen willkommen und wird so zum Zentrum der performativen Praxis wie gleichsam zum Anziehungspunkt für alle Theaterfreundinnen und -freunde aus Bayern und jenseits der Landesgrenzen.

Das Theatertreffen ist dabei ebenso Leistungsschau wie eminent bedeutender Ort des Austausches von Wissen und Erfahrung. Es ist das Netzwerk-Forum, auf dem alle Aspekte zur Sprache kommen, die die Theaterwelt bewegen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der bayerischen Bühnen ist es, aktuelle gesellschaftliche Tendenzen zu spiegeln und den gemeinschaftlichen Diskurs mit wichtigen Impulsen anzuregen. Angesichts der jüngsten weltpolitischen Entwicklungen gerät diese ganz wesentliche Funktion der Theater noch verstärkter in den Fokus.

Die Corona-Pandemie erschwert weiterhin in großem Maße die Arbeit der Bühnenschaffenden. Der Landesverband Bayern des Deutschen Bühnenvereins wird sich daher auch weiterhin mit aller Energie dafür einsetzen, dass die Theater weiter lebendige Einrichtungen bleiben und dass alle Häuser die so wertvolle und inspirierende Bindung zu ihrem Publikum stärken und ausbauen können.

Denn dass die Bayerischen Bühnen zukunftsfähig sind und zukunftsgerichtet arbeiten, das stellen sie im Rahmen der Bayerischen Theatertage regelmäßig und eindrucksvoll unter Beweis.

Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich im Verlauf der Vorstellungen viel Vergnügen, spannende Augenblicke und angeregte Gespräche.

Prof. Dr. Julia Lehner
2. Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg,
Vorsitzende des Bühnenvereins Landesverband Bayern

Oberbürgermeister Andreas Starke

Liebe Theaterfreundinnen und Thetaerfreunde,

Bamberg ist eine Stadt, die sehr gerne besucht wird. Unsere Gäste kommen hierher, um in den malerischen Gassen des Weltkulturerbes zu spazieren, sich die geschichtsträchtigen Gebäude anzusehen oder sich eines der guten Biere schmecken zu lassen. Inmitten des mittelalterlichen Stadtgeflechts liegt das erfolgreiche ETA Hoffmann Theater, das sich in den vergangenen Jahren in der Stadt und überregional einen Namen gemacht hat: mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet, dreimal nominiert für den Mülheimer Dramatikpreis und eingeladen zu weiteren Festivals überzeugt das ETA Hoffmann Theater mit seinem Programm. Das Theater gehört zu den kulturellen Zentren Bambergs und steht dafür, dass in der Weltkulturerbestadt die künstlerische Vision, die sinnliche Erfahrung politischer Stoffe und die besondere Schauspielkunst einen nicht mehr wegzudenkenden Platz hat.

Nun wird das ETA Hoffmann Theater, und damit auch die Stadt Bamberg, zur Gastgeberin. Zum siebten Mal dürfen in dieser Stadt die Bayerischen Theatertage zu Gast sein. Den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, den regionalen und überregionalen Gästen bietet sich ein vielfältiges Programm der bayerischen Theater, sei es aus München, Nürnberg, Landshut oder Augsburg. Ich begrüße alle Ensembles und Teams der Gasttheater ganz herzlich und freue mich sehr darauf, dass dieses Theaterfestival wieder ein Ort der Begegnung sein wird. Geselligkeit soll es nicht nur im Biergarten geben, sondern ganz besonders durch die Kultur und das Theater. Angeregt von einer Inszenierung lässt sich doch ganz wunderbar über aktuelle Themen der Gesellschaft sprechen. Und gerade jetzt, in der hoffentlich auslaufenden Pandemie, in Zeiten, in denen sich Krieg in Europa manifestiert, brauchen wir die Gemeinschaft und den Austausch genauso wie das emotionale Erlebnis durch die Kunst. Durch das vielfältige Programm der Bayerischen Theatertage lassen sich mannigfaltige Perspektiven eröffnen, die Welt mit anderen Augen sehen und Zuversicht und Mut für die Zukunft zu schöpfen.

Die Stadt Bamberg möchte für dieses Vorhaben eine gute Gastgeberin sein und Sie alle, liebe Gäste von hier oder dort, herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns über das kulturelle Ereignis und werden es gemeinsam genießen.

Herzlichst Ihr

Andreas Starke
Oberbürgermeister der Stadt Bamberg