Staatstheater Nürnberg

Bestätigung

Von Chris Thorpe

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Wir alle lassen uns in unseren Haltungen lieber bestätigen als verunsichern, suchen immer nach Informationen, die bestätigen, was wir ohnehin schon glauben. Dass wir uns so gern im Recht fühlen, ist es ein gut untersuchtes psychologisches Phänomen: der "Confirmation Bias" oder "Bestätigungsfehler". Er behindert uns zwar, verstärkt Filterblasen und Echokammern - aber ist diese Wahrnehmungsverzerrung wirklich nur ein Fehler? Kann man sie ausschalten? Gegenteilige Ansichten wirklich verstehen? In Chris Thorpes "Bestätigung" berichtet uns ein (von sich) überzeugter Linksliberaler von seinem Selbstversuch, den Bestätigungsfehler zu unterdrücken. Als größtmögliche Herausforderung sucht er den Dialog mit einem rechtsextremen Holocaustleugner. Und mehr und mehr stellt sich die Frage, ob und wem es überhaupt wirklich nützt, Menschenverachtung und Hass nachvollziehen zu wollen. Sich das - als Chris, als Publikum, als Öffentlichkeit - immer wieder anzuhören. Wo ist die Grenze? "Bestätigung" fragt danach, wie dem Auseinanderfallen des politischen Meinungsdiskurses einerseits und der immer unverhohleneren Verschiebung desselben nach rechts begegnet werden kann.

Chris Thorpes Solo-Stücke erwachsen aus persönlichen Recherchen und Selbstversuchen und zeigen klug, einfühlsam - und bei aller Härte des Behandelten immer auch humorvoll - sein Ringen mit politischen und gesellschaftlichen Problemlagen der Gegenwart.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 20 Minuten

Hinweis: Im Stück wird rassistische und antisemitische Sprache zitiert.

Regie Antje Thoms
Bühne und Kostüme Madeleine Mebs
Dramaturgie Sascha Kölzow
Licht Wolfgang Köper
Sascha Tuxhorn

Eine faszinierende und spielerisch brillante Gratwanderung unternimmt Sascha Tuxhorn in seinem „Gespräch“ mit dem Publikum, stets oszillierend zwischen dem linksliberalen Protagonisten, der tatsächlich er selbst sein könnte, und dem ganz anderen, dem Holocaustleugner, dem er sich zu nähern versucht. Beängstigend klar führt er mit den Worten von Chris Thorpe an die Grenzen des Verstehens und der Toleranz. Ein kurzweiliges, intensives Gedankenexperiment.