Theater Ansbach

Kalt (UA)

Von Joachim Zelter

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"Es handelt sich um eine Wohnungsbegehung. Wir dürfen das. Wir müssen es sogar ..." Damit beginnt das Frage-Antwort-Spiel um Julia Kaisers Ehe mit dem pakistanischen Staatsbürger Faizan Muhammad Amir. Woher die beiden sich kennen? Seit wann sie sich kennen? Und warum sie hier zusammen wohnen? In einem heruntergekommenen Hochhaus und in einer derart winzigen Wohnung? Kaum groß genug für einen einzelnen, geschweige denn für eine Ehe zu zweit. Wo die beiden sich waschen? Wo sie essen? Worüber sie miteinander streiten und worüber sie sprechen? Und in welcher Sprache sie sprechen? Vor allem aber: Ob das überhaupt eine wirkliche Ehe ist? Oder nicht doch eher eine Scheinehe? So entfaltet sich auf engstem Raum ein eindringliches Kammerspiel, ein eskalierendes Verhör, in welchem Macht und Ohnmacht immer wieder ihre Plätze tauschen, und damit auch die Gewissheiten unserer Zeit.

Joachim Zelter wurde in Freiburg geboren, studierte und lehrte Literatur in Tübingen und Yale. Seit 1997 ist er freier Schriftsteller, Autor zahlreicher Romane, u.a. Die Würde des Lügens (2000), Schule der Arbeitslosen (2006) und Der Ministerpräsident (2010), der für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Zuletzt erschienen die beiden Romane Im Feld (2018) und Imperia (2020). Überdies ist er Autor von Hörspielen und Theaterstücken, die an deutschen und österreichischen Bühnen gespielt werden.

Aufführungsdauer: 1 Stunde, keine Pause

Regie Axel Krauße
Bühne und Kostüme Odilia Baldszun
Dramaturgie Michael Hanisch
Sophie Weikert
Frerk Brockmeyer

Ein aktivierender und präziser Abend, der klug aufzeigt, wie politisch das Private ist, wenn man sich dafür entscheidet; wie Liebe sich durch Gerechtigkeit manifestiert.