Lesung von und mit Ann-Kristin Tlusty: Süss

Bitte Termin wählen...
Karte kaufen

Plötzlich sind alle Feminist*innen. Bloß kann von echter Gleichberechtigung keine Rede sein. Warum wirken überholte Strukturen fort? Wie lassen sie sich abwracken? Ann-Kristin Tlusty betrachtet die inneren und äußeren Zwänge, die das Leben von Frauen auch heute prägen: Noch immer wird ihnen abverlangt, "sanft" die Sorgen und Bedürfnisse der Gesellschaft aufzufangen. Jederzeit sollen sie dabei auf "süße" Weise sexuell verfügbar erscheinen, gern auch unter feministischem Vorzeichen. Und bei alldem angenehm "zart" niemals zu viel Mündigkeit beanspruchen.

Auch auf der Bühne müssen Frauenfiguren immer wieder neu verhandelt werden. Ob in Klassikern des Dramenkanons oder in Stücken der Neuen Dramatik, sei es bei Status Quo (15. Mai) oder In den Gärten oder Lysistrata Teil 2 (26. Mai). Die Frauen arbeiten sich an ihren Zuschreibungen ab. "Von Figuren spreche ich, weil sie irgendwo zwischen Fiktion und Realität stehen, weil sie wirklich und unwirklich zugleich sind - und sich bei aller Vagheit brutal in unseren gesellschaftlichen Erfahrungswelten niederschlagen. Ich kenne diese Figuren von mir selbst, von Freundinnen und Frauen um mich herum, kenne sie aus öffentlichen wie privaten Kontroversen um Sex, Macht, Arbeit und Gewalt, kenne sie aus Zeitungsartikeln, Romanen und Serien der Gegenwart. Alle drei Figuren stellen verschiedene Facetten dessen dar, was ich insgesamt süß nenne", schreibt Ann-Kristin Tlusty. In dieser Lesung soll den Figuren auf den Grund gegangen werden. Vielleicht auch als Hinweis auf die Frauenfiguren auf der Bühne, aber vornehmlich als Streitschrift, die die die Geschlechterordnung für immer durcheinander wirbelt. Klug und persönlich, befreiend und neu. Enjoy, Sweethearts!

Ann-Kristin Tlusty, geboren 1994, hat Kulturwissenschaften und Psychologie studiert. Sie arbeitet seit 2018 als Redakteurin bei Zeit Online.