Theater im Gärtnerviertel (Bamberg)

Peer Gynt

Nach Henrik Ibsen

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Ein tragikomisches Anti-Helden-Epos für drei Herren und ein Schlagzeug als Freilichtaufführung im Innenhof der Stadtwerke Bamberg. Das Theater im Gärtnerviertel bringt die Abenteuergeschichte des Egoisten, Träumers, Außenseiters, Draufgängers und vor allem des Lügners Peer Gynt bilderstark auf die Bühne. Doch was ist Lüge, was ist Fantasie?

Aufgewachsen bei seiner Mutter Aase - der Vater ein Säufer, der die Existenzgrundlage der Familie vernichtet hat, giert Peer nach Anerkennung und will sich vor seinen Mitmenschen beweisen: "Ich werde König, Kaiser!" Mit großer Energie und einer gehörigen Portion Größenwahn bahnt sich der Fantast und Hochstapler seinen Weg durch die Welt und lebt viele Leben in einem: vom Outlaw über den Waffenhändler bis zum "Kaiser der Selbstsucht" im Irrenhaus. Als alter Mann kehrt er nach Hause zurück. Er jagt seinem Selbst hinterher und kann es doch nicht fassen. Seine Lebensentwürfe sind wie die Häute einer Zwiebel: Schicht über Schicht, doch wo ist der Kern? Gibt es überhaupt ein inneres Selbst?

Henrik Ibsens hintersinnig humorvolle, philosophisch in die Tiefe gehende Geschichte vom ruhelos durch die Welt hetzenden Aufschneider Peer gewinnt in einer Zeit des Selbstdarstellungs- und Aufmerksamkeitswahns, in einer Welt, in der Wahrheit und Lüge scheinbar ihre Trennschärfe verlieren, zunehmend an Brisanz. Eine Auseinandersetzung mit Wünschen und Fragen des modernen Menschen: der (Sehn-)Sucht nach Selbstverwirklichung und der Frage, wo (Eigen-)Verantwortung anfängt.

Aufführungsdauer: 2 Stunden, mit einer Pause

 

 

Inszenierung/Regie Heidi Lehnert
Bühne Linda Hofmann
Kostüme Lena Kalt
Dramaturgie Heidi Lehnert
Licht Martin Wenzel
Musik-/Sounddesign Jens Kußmann
Produktionsleitung Nina Lorenz
Stephan Bach
Benjamin Bochmann
Martin Habermeyer
Live-Musik Johannes Klütsch

Drei grundverschiedene Spieler nehmen das Publikum auf erfrischend direkte Weise mit auf die Reise ins Innere der Figur Peer Gynt. Ein gelungen reduzierter Zugriff auf den Stoff mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Originaltext und treffenden Aktualisierungen an einem fast lebensbespiegelnden Open-Air-Spielort zwischen Industrieflair, Parkplatz und Kirche (ganz in der Ferne).