Theater Hof

Status Quo

Von Maja Zade

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Ein simpler, aber effektvoller Kniff: Wie wäre es, wenn Theater, Supermärkte und Immobilienbüros ausschließlich von Frauen geleitet würden?

Im Mittelpunkt der drei Geschichten steht jeweils ein Florian, zwar Ende zwanzig, aber immer noch "Flo" gerufen. Als Berufsanfänger, jung und attraktiv, muss er sich in Büros und Chefetagen mehr gefallen lassen, als ihm lieb ist. Am Theater wird er als leidenschaftliches Sexhäschen besetzt, in einem Maklerbüro führt frau ihn gönnerhaft in die Geheimnisse des Kopierers ein und im Drogeriemarkt darf er die Regale einräumen und wird von der Filialleiterin begrapscht. Zuhause fordert seine Frau als Hauptverdienerin Demut, die Übernahme sämtlicher Haushaltsarbeiten und baldigen Nachwuchs. Und Flo bemüht sich um Fleiß und Höflichkeit. Der Frau und Chefin "eine Szene" zu machen, ist seine Sache nicht.

"status quo" zeigt die Welt, wie sie ist, bloß spiegelverkehrt. Objekt von Begierde und Diskriminierung ist der Mann. Die Umkehrung lässt das wahre Machtgefälle aufs Schönste hervortreten. Und nur durch die Umkehrung empfinden wir Situationen, Sätze als witzig. Würde man die gleichen Situationen, Sätze in der realen Wirklichkeit spielen - Männer in der Machtposition -, wären sie nicht mehr komisch. Weil aber nicht die Moralkeule geschwungen wird, ist es leichter, sich darauf einzulassen. Pointierte Dialoge und exemplarische Szenen machen die Gesellschaftsanalyse zur Komödie.

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde und 15 Minuten, keine Pause

Regie Jasmin Sarah Zamani
Bühne und Kostüme Franziska Isensee
Dramaturgie Thomas Schindler
Licht Uwe Masch
Musik-/Sounddesign Dr. Kalin Karaleev
Regieassistenz, Soufflage und Abendspielleitung Kayda Bryant
Flo 1-3 Benjamin Muth
Manni/Wolfgang/Till/Franz/Boris/Max/Christian/Alexander Philipp Brammer
Julia/Meike/Daniela/Beate Cornelia Wöß
Isa/Babsi/Bettina Antje Hochholdinger
Sabine/Antonia/Claudia/Wiebke/Nina Susanna Mucha

Frauen regieren die Welt, Männer werden diskriminiert, kleingehalten und haben sich anzupassen. Die irrwitzige Verdrehungskomödie von Maya Zade wird in dieser Inszenierung klug und verwandlungssicher auf die Bühne gebracht mit szenografisch-inhaltlichem Clou, der zudem auch noch pandemiekonform ist – denn: Wer steht hier auf dem Sockel?