Landestheater Coburg

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute (12+)

Von Jens Raschke

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Es gab hier mal ein Nashorn, das hat sein Nashorn wohl etwas zu tief in fremde Angelegenheiten gesteckt... Familie Pavian, Ehepaar Mufflon, das Nashorn und das Murmeltiermädchen führen ein beschauliches Leben im Zoo. Nur ein Schornstein hinter dem Stacheldraht ragt qualmend und bedrohlich in den Himmel. Was auf der anderen Seite des Zauns passiert, kümmert sie aber nicht. Daran ändert auch der plötzliche Tod des Nashorns nichts.

Eines Tages wird jedoch ein neuer Mitbewohner geliefert: Ein Bär, der zum Missfallen der anderen Zoobewohner unbequeme Fragen stellt: Woran ist das Nashorn gestorben? Wer sind die Gestreiften auf der anderen Seite? Wer sind die Gestiefelten? Warum stinkt die Luft so unerträglich? Immer wieder wird er von Papa Pavian darauf aufmerksam gemacht, nicht so neugierig zu sein und nicht so viele Fragen zu stellen. Gebannt vom Anblick des Schornsteins, will der Bär den Dingen auf den Grund gehen und fasst einen verhängnisvollen Entschluss.

Angelehnt an die Geschichte des historisch belegten Zoos im KZ Buchenwald, erzählt Jens Raschke mit einer kongenialen Tierfabel von Zivilcourage, Mitläufertum und dem Hin- und Wegsehen, wie es sich im Zweiten Weltkrieg ereignete. Und er stellt damit auch die Frage im Hier und Heute: Wie entscheiden wir uns jeden einzelnen Tag aufs Neue?

Aufführungsdauer: 1 Stunde, keine Pause

Regie Birgit Eckenweber
Bühne und Kostüme Kristina Böcher
Lichtregie Klaus Bröck
Dramaturgie Fabian Appelshäuser
Theaterpädagogik Christin Schmidt
Erster, Murmeltiermädchen, Frau Mufflon, Mama Pavian, Zebrawesen 2, Eichhörnchen 1 Kerstin Hänel
Zweiter, Papa Pavian, Mössiö, Zebrawesen 3 Stephan Mertl
Dritter, Der Bär, Mama Murmeltier, Madamm Niklaus Scheibli
Vierter, Herr Mufflon, Zebrawesen 1, Gestreifter mit Honig, Eichhörnchen 2 Lean Fargel

Ein Berg, ein Zoo und von dort der Blick auf Gestiefelte und Gestreifte: eine konzentrierte und zugleich unterhaltsame Inszenierung, bei der Poesie und Schrecken nah beieinander liegen.