Münchner Kammerspiele

„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ – Eine Erwiderung (UA)

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Am Anfang dieser internationalen Stückentwicklung stand die Konfrontation mit einem ungeheuerlichen Zitat von Franz-Josef Strauß aus dem Kontext seiner Freundschaft mit dem ehemaligen togoischen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma: "Wir Schwarzen müssen zusammenhalten!". Ein schiefes Bild, das einen Zusammenhalt zwischen dem schwarz-konservativ regierten Bayern und der früheren deutschen Kolonie Togo entwirft und dabei Machtverhältnisse, wirtschaftliche Interessen und die politische Situation in einer Jahrzehnte dauernden Herrschaft überdeckt. Ein Zitat als Symptom verdrängter kolonialer Schuld und postkolonialer Verstrickung Deutschlands, deren Aufarbeitung gerade erst beginnt. Eine Aussage, die einer Erwiderung bedarf.

Lässt sich von hier aus noch von Begegnung, von Dialog, von Zusammenhalt sprechen, und wie? Im Austausch zwischen togoischen Künstler*innen und einem Team der Münchner Kammerspiele entwickelt, erzählt das doku-fiktionale Mash-up aus Schauspiel, Puppenspiel, Comic und Film die Zeitreise einer futuristischen Geisterjägerin. Sie entlarvt koloniale Phantome und verfolgt sie bis in die heutigen Köpfe.

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 40 Minuten, keine Pause

Regie Jan-Christoph Gockel
Live-Kamera und Bildgestaltung Eike Zuleeg
Bildmischung und Schnitt Denize Galiao
Text Elemawusi Agbédjidji und Ensemble
Comic Aka (Adodokpo Kokou Armand), Tsidkenu Ezechias Gbadamassi (Kias), Kiel (Tsidkenu Ezechiel Gbadamassi), Paulin Assem
Bühne und Kostüme Julia Kurzweg
Kostüm-Kollaboration Ayanick Nini Nicoué
Puppenbau Danaye Kalanféi, Michael Pietsch
Dramaturgie Olivia Ebert
Ramsès Alfa, Dr. Kokou Azamede, Jeannine Dissirama Bessoga, Danaye Kalanféi, Nancy Mensah-Offei, Michael Pietsch, Komi Togbonou, Martin Weigel

Fluide ergibt sich ein unterhaltsames, lehrreiches und mich zum Staunen bringendes Ganzes. Diese Machart lässt Widersprüchlichkeiten zu, ist beeindruckende Fürsprecherin der Ambiguitätstoleranz.