Bayerische Theatertage 26

40. Bayerische Theatertage
Regensburg 2026

Bayerische Theatertage, aber nachhaltig!

© Sylvain Guillot
#BTT26

22.5.2026
von Jennifer Redlich

Bei einem Festival wie den 40. Bayerischen Theatertagen geht es in erster Linie um die Produktionen und das vielfältige Theaterprogramm. Aber angesichts Klimakrise, steigender Spritpreise und hoher CO₂-Emissionen im Veranstaltungsbereich, übernehmen wir auch im Festivalbetrieb Verantwortung. Deshalb haben wir uns vorgenommen, dieses Festival so nachhaltig wie nie zuvor zu gestalten.

Die Organisation eines Festivals ist ein lebendiger, fortlaufender Lernprozess. Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen liefern Daten und lassen uns immer wieder dazulernen. Und genau diese Erfahrungswerte fließen bei den 40. Bayerischen Theatertagen in ein Konzept ein, das künstlerische Qualität, gesellschaftliche Verantwortung und messbare ökologische Entlastung zusammendenkt.

Diese Bereiche haben wir als besonders wichtig herausgefiltert:

 

Mobilität

Wer den CO₂-Fußabdruck eines Kulturbetriebs analysiert, stößt schnell auf eine klare Realität: Die An- und Abreise des Publikums sowie der Ensembles ist der mit Abstand größte Emissionstreiber. Deshalb haben wir uns als Partner den RVV und Feine Räder ins Boot geholt.

Vernetzte Infrastruktur statt Individualverkehr

Das BTT-Theaterticket fungiert unkompliziert als ÖPNV-Ticket im gesamten RVV-Gebiet. Damit der Umstieg auf den ÖPNV attraktiv bleibt, nutzen wir Live-Abfahrtsmonitore im Antoniushaus und am Bismarckplatz.

Verbindliche Standards für unsere Gäste

Klare Anreiserichtlinien für die externen Teams machen Bahn und Bus attraktiver gegenüber der individuellen Autoanfahrt.

Mikromobilität in Regensburg

Für die Produktionsteams stehen Sharingräder bereit, um die Wege zwischen Hotel und Spielstätten emissionsfrei zu halten.

Interessant fürs Publikum

Über einen Rabattcode auf der Eintrittskarte lässt sich das Regensburger Bikesharingsystem *Donau Donkeys* via App für 30 Minuten kostenlos nutzen. Ein kluger Ansatz, um die „letzte Meile“ zum Theater klimafreundlich zu machen.

Schauen Sie doch bei der Mobilitätslounge von RVV und Feine Räder am 23.5. ab 18.30 Uhr am Bismarckplatz vorbei!

     

 

Kulinarik, Kostüme & Kommunikation

Ein ganzheitlicher ökologischer Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass er auch vermeintliche Kleinigkeiten hinterfragt. Deshalb achten wir auf Folgendes:

Kreislaufwirtschaft & Ressourcenschonung

Der Verzicht auf großflächige Printkommunikation reduziert das Müllaufkommen und wo Gedrucktes unverzichtbar bleibt, sichert die Zertifizierung mit dem „Blauen Engel“ ökologische Standards. Besonders spannend ist der Umgang mit Textilien: Statt alte Kostüme zu entsorgen, führt unser Kostümverkauf am 23.5. sie zurück in den Kreislauf. Auch beim Merchandising wurde konsequent auf Fair-Trade-Zertifizierungen geachtet.

Die Hebelwirkung des „No-Beef“-Ansatzes

Beim Catering für die Crews und externen Teams wird ein oft unterschätzter Faktor berücksichtigt: die Ernährung. Neben Wasserspendern und Pfandsystemen (Recup) setzt die Küche auf ein „No-Beef“-Prinzip. Da die Rindfleischproduktion ressourcenintensiv ist, haben wir uns dazu entschlossen, auf Rindfleisch zu verzichten. Außerdem steht in unserer Festivalkantine jeden Tag mindestens ein veganes Gericht zur Auswahl.

Verantwortung teilen: Die Rolle des Publikums

Trotz aller Anstrengung lassen sich bei einem Festival dieser Größenordnung nicht alle Emissionen vermeiden. Deshalb gibt es im Webshop eine Option zur freiwilligen Klimakompensation. Besucher*innen können so gezielt verifizierte Klimaprojekte unterstützen.

Weitere Beiträge

Wo gibt’s was zu essen?

Wir starten in das dritte Festivalwochenende und neben dem Geist, der mit Kultur versorgt wird, muss natürlich auch der Körper regelmäßig gefüttert werden. Für unsere Festivalgäste gibt es die BTT-Kantine, die Sie durch die Kutschendurchfahrt erreichen können. Aber man muss nicht hungern, wenn man nicht vom Theater ist. Jede unserer Spielstätten hat direkt in das Gebäude integriert oder in der unmittelbaren Umgebung eine große kulinarische Auswahl zu bieten.

Wenn die Realität schmerzt – eine Rezension

Eine riesige Diskokugel über der Theaterbühne, angestrahlt von buntem Licht, das den ganzen Raum mit ihrem Funkeln erfüllt. „Ich boykottiere dich, Realität. Du bist es nicht wert, dass sich die Welt um dich dreht.“ Der Song wird abgespielt und im nächsten Moment sind wir mitten im Kopf eines Mädchens namens Isa und werden auf ihre Reise und vor allem in ihre Gedanken mitgenommen.

Video "Über die erste Festivalwoche: Zweiter Studentischer Dialog"
Über die erste Festivalwoche: Zweiter Studentischer Dialog

Die Blog-Rubrik #Seitenblicke verbindet kulturwissenschaftliches Hintergrundwissen mit den Eindrücken und Erfahrungen aus dem Theaterbetrieb. Beim 2. Studentischen Dialog geht es um alten Shakespeare-Stoff neu erzählt, ob man für das Musical SEELE FÜR SEELE die Einführung gebraucht hat und wie sich eine SILENT DISCO anfühlt. Außerdem gab es diese Woche Einblicke hinter die Kulissen und einen Ausblick auf die nächsten Festivaltage!

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